Sonntag, 10. Februar 2013

Interview/Stephanie Madea



Einen wunderschönen Guten Morgen,
am heutigen Sonntag habe ich die große Ehre, Stephanie Madea, als Gast auf meiner virtuellen Couch begrüßen zu dürfen.

Hallo Stephanie,

schön, dass Du bei mir bist. Nimm doch Platz und lass uns am besten gleich loslegen:

Hallo Beate! Herzlichen Dank für deine liebe Einladung. Jep, ich machs mir hier gemütlich. Schieß los.

Was mich persönlich sehr interessiert ist, wie man als staatlich geprüfte Immobilienmaklerin zur Autorin wird?
*lach* Nun ja, so ist das Leben … oder etwa nicht? Es kommt immer anders, als man denkt. In dem Spruch liegt schon viel Wahrheit.
Ich habe ziemlich viele Dinge ausprobiert, habe drei staatlich geprüfte Abschlüsse und in sehr unterschiedlichen Berufen gearbeitet. Sehr oft bin ich eher meinem Bauchgefühl gefolgt, als meinem Verstand. So habe ich zum Beispiel einen guten Job gekündigt und als Servicekraft gearbeitet, um einerseits in einem Teilzeitjob mehr Zeit zum Schreiben zu haben, zudem einen Job zu machen, in dem ich nicht sitzen und „viel“ denken muss (auch, um in Form zu bleiben :- ) und wo ich vor allem Kontakt mit allerhand Menschen hatte. So habe ich zwei Jahre lang in einem noblen Café direkt am Flughafen gearbeitet – und die verschiedenen Facetten des Wesens „Mensch“ in mich aufgenommen – und in meiner freien Zeit geschrieben. Verrückt, oder?
Aber zurück zu deiner Frage. Ich habe damals als Speditionskauffrau gearbeitet und dachte mir, das kann noch nicht alles gewesen sein. Weil man den Beruf als Immobilienmaklerin von überall auf der Welt ausüben kann und vor allem von zu Hause aus, habe ich zwei Jahre lang nebenher dieses Studium gemacht. Leider war es aber auch nicht DER Beruf für mich.

Seit einigen Jahren weiß ich, dass es das Schreiben ist und auch bleibt. Topf hat Deckel gefunden.


In jungen Jahren hast Du Dich sehr viel mit Poesie und Prosa beschäftigt. Was ist denn aus diesen Gedichten geworden?
Ohhh, also, meine Poesie ist, so ich sie denn damals nicht jemandem schenkte, um sein Herz zu erobern *g*, sicher verwahrt. Die Gedichte, Geschichtsanfänge, Kurzgeschichten, Albernheiten, Drehbücher, Texte für Hörspiele und auch Romane stehen in verschiedenen Kladden und Heften oder auf losen Zetteln, die in Ordnern abgeheftet sind. Das meiste davon ist handschriftlich, so wie man es damals eben verfasst hat. Wie gesagt, ganz privat und gut verwahrt. Ab und zu hole ich sie heraus und lese, bis mir vor Lachen und Rührung die Tränen kommen.


In Deinen derzeitigen Büchern geht es hauptsächlich um Vampire. Wie gelangt man von Ratgebern in die paranormale Welt?
Gab es einen bestimmten Grund, in dieses Genre zu wechseln?
Ich habe nicht wirklich das Genre gewechselt. Ich befinde mich seit meiner Geburt irgendwo in einem anderen Universum. Manchmal zumindest … wenn ich darf.
Die Fantasy war schon immer meins. Als Kleinkind beim Malen und Basteln, als Kind beim Spielen mit Puppen oder im Sandkasten, als Jugendliche beim Hörspiel aufnehmen oder bei privaten Fotosessions. Ich liebe Fotos. Und Hörspiele. Doch das Schreiben hat mein wahres Herzblut entfesselt.
In der Fantastik oder in der Fantasy muss man sich zwar auch an die Gesetze der erfundenen Welt halten, aber man kann sie selbst erschaffen.
Abgründige Wesen, herzensgute Tiere, in sich zurückgezogene Menschen, die nur durch die wahre Liebe zurück ins lebenswerte Leben finden. Ich liebe es, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und mich in echte sowie extreme Charaktere hineinzuversetzen, sie zu werden und alles „anzustellen“, was ich mich persönlich niemals trauen würde.
Vampire sind wesentlich animalischer als Menschen. Gefahr und Sex – ein unwiderstehlicher Mix. Sie sind weltgewandt und sexy, unberechenbar, elegant und verführerisch. Diese pure Leidenschaft zieht mich in ihren Bann. Deshalb sind es in meinen ersten Büchern Vampire geworden.
Und ein Wort fehlte noch – Romantik. Ich liebe es romantisch, nicht kitschig, aber unendlich romantisch. *seufz*


Die Protagonisten in Deinen Büchern sind immer sehr spezielle Charaktere. Entwickeln sich Deine Protagonisten während des Schreibens, oder hast Du schon zu Beginn Deines Romans alles festgelegt?
Eindeutig – beides.
Bei mir ist alles vorab sehr ausführlich geplant. Die
Protagonisten kenne ich gut, weiß genau, wie sie aussehen, wer sie sind und vor allem, warum sie so sind, wie sie sich geben. Der Plot steht, die Szenen sind grob entworfen. Wichtig sind für mich die Verbindungen der Figuren untereinander, damit nichts dem Hilfsmittel „Zufall“ überlassen bleibt.
Je mehr ich mich mit dem neuen Roman beschäftige, desto näher rücken mir die Figuren. Häufig springen mich Ideen für Szenen förmlich an, die ich dann rasch notiere. Oft weiß ich noch nicht einmal, wo zum Henker ich so eine Szene im Buch gebrauchen könnte, aber das beunruhigt mich inzwischen kaum noch. Nach neun veröffentlichten Büchern weiß ich endlich, dass die Szene sich irgendwann einfügen wird. Mein Kopf scheint so etwas wie ein Zukunftsradar zu besitzen oder es gibt andere Kräfte, die mir beim Schreiben helfen, denn sonst bin eigentlich eher langsam und zögerlich im Denken und Handeln.

Wahrscheinlich liebe ich es deshalb auch so sehr, mich meiner Fantasie zu unterwerfen, Geschichten und Figuren einfach laufen zu lassen, denn mein Gehirn bringt sie zumeist in einen sicheren Hafen.
Oft weiß ich nicht, wie ich ein bestimmtes Problem meiner Charaktere lösen soll, ums Verrecken nicht. Da kann ich noch so sehr die Notizen durchgehen und mir den Kopf zermartern. Wenn ich mich aber in die Figur hineinversetze,
sie machen lasse und nur das niederschreibe, was sie fühlt, denkt und tut, dann findet sie einen Weg, aus dem Schlamassel herauszukommen.
Nicht selten sitze ich dann vor Aufregung verschwitzt oder weinend vor dem Monitor und lache laut los, weil … auf die Lösung wäre ich niemals gekommen. Einfach genial – nicht ich, sondern diese Schreiberfahrung.
Ebenso wie die Geschichte, wachsen die Charaktere und auch ich während des Schreibprozesses. Wir durchleben gemeinsam eine Entwicklung. Es ist immer wieder einmalig.


Der erste Satz in Deinen Romanen, fällt er Dir spontan ein, oder dauert es länger, bis man weiß, wie man anfängt?
Mir fällt der erste Satz meist schwer. Ich möchte ihn perfekt haben und genau deshalb gelingt es am Anfang nicht. Inzwischen schreibe ich nach meiner Planungsphase einfach drauflos, denn die ersten Kapitel sind (zumindest bei mir) die, die mir am wenigsten gefallen, wenn ich am Ende den gesamten Roman betrachte.
Ist das Werk aber erst einmal fertig geschrieben, kenne ich ja die Zusammenhänge und Entwicklungen der Geschichte genau, und mit diesem Wissen beginne ich, den Anfang zu überarbeiten. Dabei wird dann so lange am ersten Satz herumüberlegt, bis einer niedergeschrieben ist, bei dem ich denke: der oder keiner.


Wenn Du heute ein Angebot bekommen würdest, dass Dein Buch „Lyon“ aus der A.M.O.R. Serie verfilmt werden würde, hättest Du dann gern eine deutsche oder eine amerikanische Verfilmung?
Eine Amerikanische. Mir gefallen in Deutschland produzierte Krimis und Komödien, aber im Fantasy- und Paranormal-Genre würde ich mir eine fette amerikanische Verfilmung wünschen. Vor allem, weil Night Sky und auch A.M.O.R. in den USA und Kanada spielen. Originalschauplätze … Jep, das wärs.  Warum? Hast du eine Anfrage bekommen … *g*

„Nö, aber ich könnt mich ja mal um hören, ob einer der Produzenten, die ich kenne, an einer Verfilmung interessiert wären“ ;)


Wie lange hat es eigentlich gedauert, bis Du einen Verlag gefunden hast, der Dir die Chance gab und Dein Manuskript gedruckt hat? Oder wurdest Du vielleicht von einem Verlag gefunden?
Mein erstes Werk, das ich einem Verlag anbot, war Ende 2010 „Lyon“, das damals noch den Arbeitstitel „Amorphenblut“ trug. Dem Sieben Verlag gefiel das Buch, doch sie suchten eher nach Paranormal Romance, anstatt nach Erotik Fantasy. Weil ich die Chance sah, „Lyon“ in einen romantischen Roman umzuschreiben, sagte ich der Umänderung zu.
Im selben Atemzug reichte ich ganz frech den ersten Band meiner „Night Sky“-Trilogie ein, denn dieser war bereits ein Paranormal Romance. Deshalb sind die drei Bände „Sklave des Blutes“, „Schwur des Blutes“ und „Schicksal des Blutes“ zuerst auf den Markt gekommen und „Lyon“ erst danach. 
Um deine Frage zu beantworten, ich hatte das unwahrscheinliche Glück, gleich beim ersten Versuch einen Verlag für meine romantischen Urban-Fantasy-Babys zu finden und ich bin dem Sieben Verlag sehr dankbar für die Chance.


Hast Du eine/n Lieblingsautor/in?
Nein, nicht wirklich. Natürlich gibt es Schriftsteller, deren Romane ich sehr gern lese, aber an sich lasse ich mich auch mit jedem neuen Autor auf das Abenteuer seines Buches ein. Wenn die Figuren mich mitreißen, die Story mich entführt und packt, ich gefühlsmäßig voll versinken kann, lese ich auch ein zweites, drittes … von ihm/ihr.


Wer motiviert Dich, wenn Du eine Leseblockade hast?
Eine Leseblockade? Hm, es kommt sehr selten vor, dass ich mich nicht auf den Inhalt des Gelesenen konzentrieren kann. Aber, es kann schon mal sein. Ich lese dann, bin aber in Gedanken woanders. Das liegt meist weniger am Buch, als an mir. Meine Gedanken stehen selten still.
Doch eigentlich benötige ich meine tägliche Lesedosis zum Einschlafen, denn erst dadurch stellen sich die vielen Gedanken in meinem Kopf ab, ich tauche in die Geschichte ein, und wenn ich das Buch dann weglege, bin ich und mein „never stop thinking“ Hirn entspannt und bereit zum Schlafen. Ich lese für mein Leben gern.

Welches Buch verschenkst Du gerne? Oder verschenkst Du generell keine Bücher?
Eigentlich jedes Buch, das ich gelesen habe, und somit zu wissen meine, dass es dem Beschenkten gut gefallen wird. Aber noch einen Tick lieber verschenke ich natürlich meine selbst geschriebenen Bücher, weil ich stolz auf sie bin und mich immer über ein ehrliches Feedback freue.


Hast Du Wünsche für Deine Zukunft?
Oh ja! Was wäre das für ein Leben, wenn man keine Wünsche mehr hätte?
Okay, meine ganz privaten Wünsche: Weiterhin schreiben zu können (Zeit) und zu dürfen (Verlag & Leser). Meine Leser begeistern, vom Schreiben leben können, einen Hund, ein Kind, ein eigenes Haus. Ich möchte gern bestimmte Orte auf der Welt besuchen und vor allem stets Zufriedenheit in meinem Herzen tragen.
Ich wünsche mir, mehr Zeit zum Schreiben zu haben, denn momentan habe ich sie aufgrund meines Brotjobs nicht.
Und am allerwichtigsten, denn sonst wird aus all dem nichts, Gesundheit für meine Lieben und mich und ein friedvolles Miteinander – überall auf der Erde.


Was schreibst Du gerade und was erwartet den Leser?
Momentan schreibe ich an „Auge um Auge“ – Moonbow. Den Leser erwartet eine spannende und abenteuerliche Geschichte, in der sich ein paar Jugendliche und junge Erwachsene gegen eine Organisation (Moonbow = Mondregenbogen) stellen, um die Welt vor einer unfassbaren Bedrohung zu bewahren.
Wie immer in meinen Romanen wird dieser mystische Thriller mit einer intensiven und romantischen Liebesgeschichte verwoben sein, in der es ordentlich knistern wird.

Zac und View fliehen aus einem Hochsicherheitslabor, in das man sie beide vor einigen Jahren aus Sicherheitsgründen gesteckt hat. Doch sind sie tatsächlich ein Risiko für die Menschen? Oder eher das, was das Labor aus ihren besonderen Fähigkeiten gewinnt?
Zac ist nicht normal.
View ist nicht normal … und ganz sicher ist dies auch nicht ihr richtiger Name.
Bevor sie Antworten auf die Spur kommen, nehmen skrupellose Jäger ihre Verfolgung auf und sie müssen immer weiter fliehen.
View, ohne etwas zu sehen …
Zac, ohne jemanden berühren zu wollen …
Zudem scheint View ihr Gedächtnis verloren zu haben.
Sie dürfen niemandem trauen, denn jeder könnte zu der geheimnisvollen Organisation Moonbow gehören, die ihnen das Leben raubte und scheinbar auch etwas mit der weltweiten Erblindung zu tun haben könnte.
Doch Views elementarstes Problem ist, dass sie nicht weiß, ob sie Zac überhaupt vertrauen darf. Denn er verschweigt ihr etwas …

Wow, da kommt Freude auf….:)



Vielen lieben Dank für dieses tolle Interview und das wir ein bisschen aus Deinem Leben als Autorin erfahren durften. Ich wünsche Dir für Deine Zukunft viel Erfolg und vor allem Gesundheit.

Liebe Beate, ich danke dir für das herzliche Interview und die Chance, ein wenig mit dir plaudern zu können. Es hat mir viel Spaß bereitet, deine Fragen zu beantworten. Ich bin sehr gern auf deinem Blog und stöbere in deinen Interviews und Rezensionen.
Ich wünsche dir privat alles Liebe, weiterhin viel Lesespaß und zufriedene und glückliche Blog-Besucher.

Herzliche Grüße
Stephanie Madea




Wer noch mehr über Stephanie Madea erfahren möchte kann dies über die folgenden Links tun:

 

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